Mittwoch, 16. Mai von Fremdingen nach Augschburg, 99 km

Ein letztes Mal zusammen packen, nichts vergessen, die Taschen nach Priorität sortieren.

Meine letzte Unterkunft war echt Klasse: etwas außerhalb gelegen, sehr ruhig, nur pure Natur drum herum

Das Wetter lt. Wetterbericht klang gar nicht sooo schlecht. Aber egal: der Weg für heute war eh vorbestimmt.

Impression von unterwegs

Ich hatte mir für die Heimfahrt eine Variante überlegt: nicht entlang der Romantischen Straße über Nördlingen und Donauwörth, sondern über Nördlingen nach Bissingen und Donaumünster und dann zur Bäldleschwaige und heim.

So bin ich dann auch gefahren und habe so ca. 10-15 km gespart.

Nach der Donau wurde das Wetter dann richtig assig, Regen ohne Ende bis zum Schluss. Aber: gut angekommen, gesund, unverletzt, was will ich mehr!

Zeit, meinem größten Helfer zu danken, der mich über alle Höhen und Tiefen gebracht hat – geduldig und so ausdauernd wie ich!

Ein dicker Applaus für mein Steppenwolf-Bike.

Es bekommt wie ich für die nächsten Tage erst Mal Urlaub vom Urlaub 🤗

Advertisements

Dienstag, 15. Mai von Creglingen nach Fremdingen, 88 km

Am vorletzten Tag meiner Radtour stand heute eine überschaubare Strecke auf dem Plan. Das Tagesziel hab ich gestern schon festgelegt und die Pension gebucht…

Aber zuerst waren noch 21 km im Taubertal zu überwinden. Wetter: sonnig

Rothenburg ob der Tauber hab ich umfahren

Nächstes Ziel war die sog. Frankenhöhe (über 500 m über NN) sie wurde bei Schillingsfürst erreicht.

Dort ist auch die Wörnitz-Quelle und der gleichnamige Radweg beginnt hier

Auf dem Weg dorthin traf ich zwei Radfahrerinnen, die beide die Romantische Straße entlang fuhren. Wir haben uns zusammen getan und gemeinsam unser nächstes Ziel Dinkelsbühl auf dem Wörnitz-Radweg erreicht.

Kurz vor dem Ziel ging noch ein kurzer Regenschauer nieder – aber das Ziel war schon sehr nah…

Montag, 14. Mai von Dorfprozelten am Main nach Creglingen im Taubertal, 99 km

Nach den seeehr ergiebigen Niederschlägen in der Nacht zum Montag hatte ich schon Sorge, wie das wohl weitergehen würde.

Im ersten Abschnitt entlang des Main war es dann auch regnerisch, aber nicht sehr stark.

In Wertheim angekommen, hörte der Regen auf und die Sonne zeigte sich.

Jetzt ging die Fahrt weiter ins „Liebliche Taubertal“, dem Radfahrklassiker!

Hier die Tauber kurz vor der Mündung in den Main

Schon hier zu sehen: die Tauber hat über die vergangene Nacht eine ganze Menge Wasser zugelegt…

Impressionen vom Taubertal

Gegen Mittag wurde TBB (Tauberbischofsheim) erreicht

Was auffiel: Es waren kaum Touristen, insbesondere Radtouris unterwegs…. eine Folge der miesen Wettervorhersagen. Das Wetter war aber überhaupt nicht schlecht.

Dann wurde kurz die Radstrecke zur Wasserstraße…..😁

…das war tatsächlich 20 cm tief….und sehr erfrischend.

Bad Mergentheim…

…und Weikersheim.

Hier gabs die obligatorische Weizen- Mittagspause….wegen der isotonischen Wirkung…nur deshalb…und die Tauber wurde immer weitläufiger

Die kurze Bierpause wäre mir fast zum „Verhängnis“ (leicht übertrieben) geworden. In meinem Rücken war wie gestern in Minutenschnelle ein sehr kräftiges Gewitter aufgezogen.

Da musste ich heftig Gas geben und habe so gerade noch den Zielort Creglingen erreicht. Den herunter gehenden Regenguss nutzte ich dann zur Zimmersuche….

Fazit: Wetter-Glück blieb mir auch heute hold….wenn Engel reisen 😇

Sonntag, 13. Mai von Mühlheim am Main nach Dorfprozelten, 99 km

Ein traumhaft schöner Tag!

Nachdem mich so gegen 5 Uhr früh eine ziemlich hartnäckige Stechmücke aus dem Schlaf gerissen hat und zudem die Flieger von Frankfurt aus zu lärmen begannen, entschloss ich mich, Frühstück (es gab nur Kaffee) zu machen und dann loszufahren.

Gesagt, getan. Der Main-Radweg gehörte mir für die nächsten 3 Stunden fast alleine. Es ging durch weitgehend unberührte Graslandschaften – wie wir sie bei uns kaum noch kennen.

Erster Halt war dann in Steinheim bei Hanau….

Es folgte Seligenstadt

…und Ascheberg (Aschaffenburg)

… touristisches Highlight des Tages war selbstverständlich Miltenberg..

Der bekannte Marktplatz von Miltenberg erinnerte mich an meine Kindheit. Den Marktplatz habe ich damals als Modell von der Fa. „Faller“ zusammen gebaut und verklebt.

Ja, seit Aschaffenburg hat mich die bayerische Heimat wieder, oder sagen wir, fast! Ich bin ja jetzt in Unterfranken….ein Dokument dazu…

Obwohl, es hätte auch gut und gerne die Wüste sein können….

Nein, nichts gegen die Franken, ich mag sie!

Noch einmal ein paar Impressionen:

Bayern 2 liegt in Dorfprozelten vor Anker……

Ihr habt eingangs gelesen, dass ich in Dorfprozelten gelandet bin. Das ist mehr oder weniger dem Zufall geschuldet. Ich wollte so gute 90 km runter radeln. Da kam der Ort ins Spiel.

Eine gute Wahl, wie sich herausstellen sollte. Zum einen habe ich ein sehr schönes Zimmer in einer Gastwirtschaft direkt am Main bekommen, preisgünstig und mit direktem Kontakt zur hiesigen dörflichen Gemeinschaft.

So weiß ich jetzt, dass Dorfprozelten eigentlich „Brozela“ heißt – und alle wichtigen Neuigkeiten vom Dorf wurden mir gratis geliefert……😄…..ich würde zum Stammtisch eingeladen mit den Worten: So, setz dich no, ….und schon waren wir per Du…..

Morgen geht’s kurz weiter am Main und dann Richtung Süden ins Taubertal. Die Heimat rückt näher!

Liebe Grüße heute an Jörg – schön dass Dir mein „Geschreibsel“ g’fällt!

Samstag, 12. Mai von Bingen am Rhein nach Mühlheim am Main, 91 km

Ich bin heute schon gegen 8:30 Uhr in Bingen losgefahren. Zuerst m noch mein Bike aus dem Kellerverlies geholt werden…

Dann ging es weiter an der sehr schönen Promenade entlang, menschenleer…

Der Weg, der dann bis kurz vor Mainz folgte, war erste Sahne. Es ging über Felder, der Rhein war nur einmal kurz zu sehen. Unberührte Natur….immer wieder leicht auf und ab, alles auf asphaltierten Wegen..

Der Weg durch Mainz durch gelang dank eines Tipps von einem Passanten sehr gut.

…und den Main-Radweg hab ich dann schließlich auch gefunden.

Was auffiel: dieser permanente Lärm von Mainz über Frankfurt bis Offenbach: Autobahnen und Fluglärm…

… teilweise im Tiefflug…

Überraschend schön dann die Ortsdurchfahrt von Frankfurt (stolze 12 km). Überall pulsierendes Leben, hier ein Musikevent, dort eine Ruderregatta, Gastronomie und und und…

…ein fröhliches Mit- und Nebeneinander.

Die Pension hatte ich schon heute morgen vor der Abfahrt gebucht….so könnte ich, ich war etwas früher als gedacht in Mühlheim am Main, ein gemütliches Weissbier genießen.

….aus dem Allgäu….

Das Wetter für morgen sieht erstmal gar nicht so schlecht aus…Gewitter werden erst am Nachmittag erwartet. Schau mehr mal…..😎

Freitag, 11. Mai von Bad Ems nach Bingen am Rhein

Der Tag begann mit strahlendem Sonnenschein. Nach dem gestrigen Tag fast nicht zu glauben….

Die Jugendherberge war ziemlich voll belegt. So hab ich mich entschieden, stressfrei schon um 7:30 Uhr zu frühstücken und bald loszufahren.

Es ging sehr entspannt an der Lahn entlang

…bis ich das berühmte Wirtshaus an der Lahn erreichte…ja, das gibt’s wirklich!

Danach mündet die Lahn in den Rhein

Eigentlich sollte die Fahrt jetzt Richtung Süden Rhein-aufwärts gehen. Aber die nächste für Radfahrer geeignete Rheinbrücke liegt bei Koblenz – so durfte ich erstmal ein ordentliches Stück in die Gegenrichtung strampeln.

Dann stand aber eine wirklich schöne Fahrt im Mittelrhein bevor mit all den „Wahrzeichen“.

Das sonnige Wetter tat das seine dazu. Ich muss sagen, es hat auch mich fasziniert. Die tollen Burgen, die Schiffe, das Nebeneinander von Autoverkehr, Bahn, Wanderern, Radlern und die sehr positiv wirkenden Bewohnern, das gefiel mir. Deshalb hab ich mehr Pausen als sonst gemacht und mir eine Mittagspause gegönnt.

Am Nachmittag kam ich dann an meinem Ziel an, Bingen am Rhein.

Oben im Hintergrund der Mäuseturm, unten die Strandpromenade von Bingen. Und natürlich gibt es einen Laden der speziellen Art!

Morgen schon werde ich den Rhein wieder hinter mir lassen und „zum Main abbiegen“. Dann geht es wieder durch Hessen.

Liebe Grüße an Lisa an dieser Stelle!

Donnerstag, 10. Mai von Weilburg nach Bad Ems, 85 km

Der Blick aus dem Fenster verspricht nichts Gutes……Gewitterregen schon um 9 Uhr.

Aber es hilft kein lamentieren, da muss ich durch. Anfangs lässt der Regen sogar etwas nach, aber dann regnet es durch bis kurz vor Schluss.

Trotzdem: Der Radweg ist schön, das Lahn-Tal wird zusehends schmaler und der Streckenverlauf interessanter.

In Limburg an der Lahn mache ich natürlich Halt und schau mir die Kirche an, sorry, den Dom natürlich. Der Bischof hat sich leider nicht blicken lassen…

…und die schöne Altstadt

Am Nachmittag werde ich dann, leider unumgänglich, auf einen deftigen Anstieg hoch geschickt

….das nennt sich dann Fluss-Radweg.

Aber, wie gesagt, ein schöner Weg und am Schluss dann mal wieder 16 Prozent Anstieg hinauf zur Jugendherberge. Nix neues also!

Ihr seht, ich trage es mir Humor. Bin gesund, Radeln macht Spaß, was will ich mehr. Ach ja, weiter, immer weiter. Morgiges Ziel: Die Gegend um Bingen am Rhein. Jugendherberge ist ausgebucht, es bleibt spannend….😙

Mittwoch, 9. Mai von Cölbe nach Weilburg, 106 km

Der vorerst letzte sonnige Tag stand bevor: In Marburg beginnt der „eigentliche“ Lahn-Radweg. Sehr lobenswert: durchweg gut ausgeschildert und größtenteils asphaltiert.

Hofladen….

Gießen habe ich mir gespart, da war so starker Autoverkehr, aber Wetzlar hab ich dann von der Nähe betrachtet.

Ziel heute war die Jugendherberge in Weilburg. Ich weiß, ich wiederhole mich, wenn ich sage, daß die fast immer ganz weit oben liegen….. aber dieses Mal war es ganz ganz weit oben…

Aber sehr liebevolle Versorgung, tolles Zimmer mit Bad und WC (das gibt’s eher selten).

Den Aufenthalt morgen in Bad Ems, ebenfalls in der Jugendherberge, hab ich gestern schon wegen des Feiertags vorgebucht. Jetzt noch ein gepflegtes Weissbier und dann alle Viere von mir strecken ….🤗

Dienstag, 8. Mai von Edertal-Affoldern nach Cölbe, 89 km

Ein heißer Tag – in jeder Beziehung…

Am Vormittag stand der Edersee im Focus: man muss sich vorstellen, ein künstlich angelegter See, 28 km lang!

Es war auf dem Radweg gar nichts los und ich konnte nach Herzenslust diesen See genießen. Dabei wirkt er keinesfalls künstlich angelegt. Er passt sich perfekt in die Umgebung ein. Sehr sehenswert!

Die Radtour entlang der Eder bis Frankenberg war dann endlich mal nach meinem Radler-Geschmack: Viel Natur, Berg und Tal.

In Röddenau hab ich mich von der Eder verabschiedet und den Verbindungsweg Eder-Lahn angesteuert. Naja, zumindest bis zur Hälfte habe ich das auch durchgehalten. Danach hab ich ein Schild fehl interpretiert. Hat mir deftige Anstiege beschert, aber „selber schuld“. Jedenfalls bin ich bei Cölbe auf die Lahn gestoßen. Da fiel mir ein Werbeschild eines Hotels ins Auge.

…..5 Sekunden später hatte ich mich entschieden, hier zu übernachten. Ich war aber auch richtig fertig…..

Für heute ist es gut. Jetzt steht die Lahn an, und ich freue mich darauf!

Liebe Grüße an Dich Helga – danke fürs Blog-lesen….

Montag, 7. Mai von Hann. Münden nach Edertal-Affoldern, 97 km

Ein wunderbar sonniger Tag lag vor mir. So fuhr ich schon kurz nach 9 Uhr los. Zuerst ging der Weg an der Fulda entlang bis Kassel. Immer ganz nah am Fluss auf einem asphaltierten Weg – einfach Klasse!

Dann wären noch 15 km bis zur Mündung der Eder in die Fulda zu bewältigen und der Anschluss zum Eder-Radweg bei Grifte zu finden. Aber: kein Problem, alles gut beschildert.

Der Weg entlang der Eder war von wechselnder Qualität. Mal richtig schön auf Waldwegen und nah am Fluss, dann wieder auf Nebenstraßen. Das Edertal muss man sich als weites Tal mit seitlichen Höhenzügen so bis 100 Metern Höhe vorstellen.

Ein Schmankerl dann aber die Stadt Fritzlar, wegen der ich einen Tourabstecher gemacht habe:

… der sich rentiert hat!

Im übrigen ging’s heute zügig voran. Ich hatte heftigen Schiebewind – ein später Ausgleich für die Tage an der Elbe, dachte ich mir….

Unterkunft hatte ich bis 16 Uhr keine. Deshalb habe ich wie so oft einfach Einheimische gefragt und mir einen Tipp geben lassen. Ich bin in einer netten Pension unter gekommen und alles ist gut….

An dieser Stelle ganz liebe Grüße an meinen Onkel HANS, von dem ich weiß, dass er meine Reise mit großem Interesse verfolgt!

Ein heißer Tag geht zu Ende….